Programmstruktur und Methoden

Was bedeutet "Employability" der Absolventen als Philosophie und Ziel des Studienganges?

Weil wir uns danach ausrichten, dass unsere Absolventen die besten Chancen auf dem Markt für Manager bekommen. So definieren wir den Erfolg unseres Programms. Der Markt rechtfertigt die Existenz eines Programms oder eben nicht.

Wir tun alles, um unseren Absolventen den Einstieg in die neue, zivile Arbeitswelt zu erleichtern. Das bedeutet für uns, dass wir alle unsere fundierten wissenschaftlichen Aktivitäten, Inhalte und Methoden zugleich am Markt ausrichten, denn nur was der Markt fordert, wird er auch akzeptieren.

Daher haben wir auch die Inhalte und die Struktur des Programms nicht am grünen Tisch konstruiert, sondern den Bedarf der Arbeitgeber, Zeitoffiziere und Alumni in umfassenden Marktanalysen erhoben. Sie bilden die Grundlage des Programms und vor allem seines Erfolgs.

So wird es auch bleiben, denn wir ermitteln in regelmäßigen Abständen die Bedarfe des Arbeitsmarktes, um uns so stets auf die neuesten Veränderungen einzustellen.

Auf diese Weise sind auch unsere Schwerpunkte in der Präsenzphase entstanden: Wir haben festgestellt, dass unsere Absolventen in den Bereichen Marketing & Sales, Finance & Control und Consulting & Leadership sowie Operations and Supply Chain Management besondere Wertschätzung erfahren, daher haben wir sie als Konsequenz daraus eingerichtet.

Sollten sich in den nächsten Jahren weitere Schwerpunkte auftun, werden wir sie ebenfalls verfolgen. Und wenn einer der bisherigen Schwerpunkte seine Bedeutung am Markt verliert, werden wir ihn wieder einstellen. Auch das bezeichnen wir als Employability.

Warum fördert das Programm die Soft Skills besonders?

Weil es eben gerade die Soft Skills sind, die einen wesentlichen Unterschied zu Mitbewerbern unserer Studenten ausmachen und von den Unternehmen zu Recht gefordert werden.

Kurz gesagt: Wer nichts weiter tut als Geld zu verdienen, verdient auch nichts weiter als Geld.

Das mag für ein Management-Programm unglaubwürdig klingen, ist aber so, denn nach wie vor steht "Vertrauen" auf Platz 1 der Anforderungen von Unternehmen. Das fördern wir aktiv, insbesondere in der Präsenzphase mit stetiger Gruppenarbeit, mit freiwilligen Aktivitäten wie Organisation von Firmenforen, aber auch mit informellen Treffen zum Sport oder Abendessen, denn wir wollen den Teamspirit pflegen. Gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme und Fairness sind uns sehr wichtig. Es bewährt sich: In der Unternehmenspraxis gelten unsere Absolventen als besonders verlässlich und das soll auch so bleiben.

Welche Kompetenzen fördert das Programm besonders und vor allem: Warum?

Wir haben in einer umfassenden Befragung von Alumni der Bundeswehruniversitäten, die teilweise schon sehr lange in der zivilen Führung stehen, und von Unternehmen deren Anforderungen an Manager herausgefiltert und nach diesen Kriterien den MBA International Management für Offiziere gestaltet.

Bei der Befragung kam heraus, dass die Alumni sich ein "Auffrischen" bzw. eine Erweiterung ihrer Studienkenntnisse vor dem Eintritt ins zivile Berufsleben gewünscht hätten, da zu diesem Zeitpunkt das Studium doch schon einige Jahre zurück lag und sie nicht unbedingt studienbezogen eingesetzt waren. Also sorgen wir mit aktuellen Fachinhalten zum einen für das "Auffrischen".

Das ergänzen wir jedoch noch ganz erheblich: Das Unser Programm ist eine breit angelegte zivile Management-Ausbildung speziell für Offiziere. So machen wir in diesem Programm die Offiziere aller Fachrichtungen fit für die Übernahme von Verantwortung in der zivilen Wirtschaft. Dazu knüpfen wir am Wissen, den Erfahrungen und der Ausbildung der Offiziere an. Dort, wo wir aufgrund der Befragungen, der Anregungen unserer Alumni, aber auch aufgrund eigener Erfahrungen Lücken oder Anpassungsbedarf sehen, füllen wir das mit Inhalten.

Die Befragung der Unternehmen zeigt vor allem, dass sie bei den formalen Voraussetzungen von Managern neben der Aktualität des Wissens auf Internationalität und Persönlichkeit sowie Teamfähigkeit achten. Mit der Vorauswahl der Bewerber achten wir auf deren Persönlichkeit. Das Studium ist dann auch in Gruppen organisiert, in denen sich die Ingenieure mit den Pädagogen, den Wirtschaftswissenschaftlern, den Sportwissenschaftlern, den Historikern mischen und gemeinsame Hausarbeiten erstellen, Cases bearbeiten und gemeinsam lernen. So fördern wir die Teamfähigkeit.

Neben den entsprechenden internationalen Studieninhalten und Englisch als Unterrichtssprache in der Präsenzphase sowie mit dem Studium an einer der Partneruniversitäten im Ausland oder im Auslandspraktikum bei einem Unternehmen erhalten unsere Studenten die notwendige Internationalität.

Hinzu kommen Schwerpunkte im Studium, die in der Offizierswelt nicht oder nur wenig vorkommen: Diese Schwerpunkte – Markt- und Kostenorientierung, zivile Führung und die internationale Ausrichtung – sind sehr bewusst gewählt, da sie in der Berufswelt der Offiziere trotz Kosten-Leistungsverantwortung (KLV) praktisch nicht vorkommen. Andere Bereiche wie z.B. Logistik, Projektmanagement und andere unter 1. genannte Punkte, in denen die Offiziere ihren zivilen Mitbewerbern gegenüber einen Vorsprung haben, handeln wir entsprechend weniger umfassend ab. Die Erfahrungen aus der militärischen Führung strukturieren wir um für die Belange der Wirtschaft und kapitalisieren so wichtige Vorkenntnisse.

Wie gestaltet sich das Zusammenleben/die Zusammenarbeit von Offizieren und zivilen Studierenden?

Die eigentlichen Vorteile des „Mischens" – das Kennenlernen anderer Ansichten, Erfahrungen und Menschen – findet bei uns natürlich statt, aber nicht am Wochenende, sondern sehr viel intensiver. Zum einen kommen etliche unserer Dozenten aus der Unternehmenspraxis und berichten hautnah von ihren Erfahrungen, zum anderen gibt es reichlich Veranstaltungen wie Firmenmessen, Wirtschaftsforen, Kolloquien, Unternehmensbesuche vor Ort, Charity-Veranstaltungen, aber auch Social Events wie gemeinsame Sport- oder Abendveranstaltungen und vieles andere mehr, die von Offizieren und zivilen Studenten gemeinsam organisiert werden und in denen sich schnell ein guter Teamspirit entwickelt. Und wer monatelange Mischung tagtäglich wünscht, entscheidet sich für Reutlingen als Präsenzstudienort.

Kann ich auch im Ausland studieren?

Selbstverständlich. Unseren Teilnehmern steht das gesamte internationale Netzwerk der beiden Partner in etlichen europäischen, amerikanischen und asiatischen Ländern sowie in Australien zur Verfügung. Hierfür ist die Zeit von rund drei Monaten direkt nach den Kompaktstudienwochen in der Präsenzphase vorgesehen. Die Studierenden können selber entscheiden, ob sie diese Zeit für ein Praktikum im Ausland nutzen oder für eine Summerschool, während der man auch seine Master Thesis im Ausland schreiben kann. Wir empfehlen allerdings einen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten.

Aber auch wer weniger Zeit zur Verfügung hat, kann im Ausland studieren. Hier bietet sich eine Summerschool an, die von einer bis zu vier Wochen lang sein kann und die gerne auch in der dienstzeitbegleitenden Phase besucht wird. Aktuelle Angebote finden Sie hier.

Was geschieht in der Präsenzstudienphase?

Die theoretischen Grundlagen zu erlernen ist sehr wichtig und unumgänglich. Wir setzen daher in der Berufsbegleitende Phase den "Nürnberger Trichter" an: Lernen, lernen, lernen, auch an praktischen Cases, aber vor allem: Lernen. In der Präsenzphase wird dann Tag für Tag die Theorie auch auf reale Unternehmenssituationen angewandt. Business–Pläne, Marketing–Analysen, Finanzierungskonzepte und Bilanzen erstellen, Verhandlungen auf Englisch führen etc.: Hier sind die Studenten selbst am meisten gefordert. Und nichts anderes erwarten die Unternehmen, bei denen sie später anheuern. In dieser Phase lernen die Studenten das Daily Business eines Managers.

Warum ist die Berufsbegleitende Phase auf Deutsch und die Präsenzphase auf Englisch?

Zunächst: Wir setzen für das Programm einen guten Englisch–Level voraus, denn wir bieten einen MBA an, keine Sprachenschulung. Zudem hat die ESB Business School Reutlingen eine Menge Erfahrungen aus bilingualen Studiengängen, die sie seit 30 Jahren anbietet.

Da haben sich zwei Gründe herauskristallisiert, warum wir beide Sprachen verwenden müssen: Zum einen ist unser Programm offen für Absolventen aller Fachrichtungen. Viele sind mit ökonomischen Grundbegriffen und –zusammenhängen noch nicht in ausreichendem Umfang vertraut. Wichtig ist, dass die Studierenden die wirtschaftlichen Zusammenhänge erst in ihrer Muttersprache verinnerlichen und ohne Informationsverluste verstehen. Schließlich arbeiten die meisten Absolventen zunächst für deutsche Unternehmen, und da ist es hilfreich, wenn man nicht nur eine "Contribution Margin" kennt, sondern auch weiß, dass es sich dabei um den "Deckungsbeitrag" handelt. Die Grundlagenfächer werden daher zunächst auf Deutsch gelehrt.

In einer fortgeschrittenen Lernphase können diese Zusammenhänge auch im Englischen angewandt werden. Die Präsenzphase gibt hier genügend Raum zum Üben der englischen Sprache, denn hier wird nur noch Englisch gesprochen. Didaktisch gesehen hat sich dieses bilinguale Modell hervorragend bewährt. In Case Studies, Gruppenarbeiten und Präsentationen, also in der aktiven Interaktion, wie wir sie in der Präsenzphase durchführen, übt die Anwendung der englischen Sprache das internationale Geschäft.

Wie immer gilt: Die Dosis und die Mischung macht´s!